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Ernst Koch
Der Brand des Pastorats von St. Pankratius am 19. März 1980
Vorbemerkung: Die Propsteigebäude fielen 1803 bei der Säkularisation an das Großherzogtum Berg und danach an Preußen. Heute gehören die Gebäude dem Land Nordrhein-Westfalen. Der Staat stellt sie der Pfarre als Wohnung für Pastor und Kaplan zur Verfügung. Vor dem Brand wohnte der Pastor in dem an die Kirche angrenzenden Gebäude. Die heutige Wohnung des Pastors wurde Vikarie oder Kaplanei genannt. Beide Gebäude waren nur vom Hochkreuz aus erreichbar.
Am 19. März 1980 beobachteten städtische Arbeiter auf dem Friedhof, dass Rauch aus einem Fenster im ersten Stock des Pastorats drang. Sie alarmierten daraufhin sofort die Feuerwehr. Die ersten Feuerwehrleute vor Ort waren Michael Dahm und Felix Bäßgen .Es schlugen schon Flammen aus dem Fenster des Zimmers im ersten Stock links über der Haustür. Als auf ihr Klingeln nicht sofort geöffnet wurde, brachen sie die Tür auf. Die Haushälterin des Pastors, Fräulein Strauss, empörte sich, denn sie hatte von dem Feuer noch nichts bemerkt. Pastor Gottfried Stein, der damals schon sehr schwer krank war, lag im Bett und schlief. Michael Dahm weckte ihn und musste ihn fast die Treppe hinunter tragen.
Die Löscharbeiten wurden am Anfang durch Wassermangel sehr behindert. Die Hochbehälter auf dem Scharfenberg waren erst kurz vorher in Betrieb genommen worden, die Steuerung für die Auffüllung der Behälter funktionierte jedoch noch nicht richtig. So kam es, dass der Druck in der Wasserleitung zu stark absank. Erst nach einer halben Stunde stieg der Druck wieder auf den Normalwert. Die Feuerwehr musste deshalb eine Notleitung zum Pleisbach legen. Das Feuer konnte sich dadurch sehr schnell ausbreiten. Als genügend Wasser zur Verfügung stand, legte die Feuerwehr ihr Hauptaugenmerk darauf, ein Übergreifen des Feuers auf die Kirche zu verhindern. Diese war erst seit zwei Jahren nach einer grundlegenden Renovierung wieder benutzbar. So blieb die Kirche, bis auf einige geplatzten Fensterscheiben, völlig unversehrt. In den Propsteigebäuden konnte sich das Feuer dagegen ausbreiten. Das Pastorat und die anschließende Kaplanei wurden so schwer beschädigt, dass beide Gebäude unbewohnbar waren. Die Dächer waren abgebrannt und der erste Stock ausgebrannt, alle Räume im Erdgeschoss durch Löschwasser schwerst beschädigt, die Papiere und die Akten der Pfarrei teilweise durchnässt und wegen des eiligen Rettens in völliger Unordnung. Alles wurde auf einen großen Haufen in dem Raum unter der Sakristei geworfen.
Pastor Stein und Fräulein Strauss kamen in den ersten Tagen bei der Familie Dresen in der Siegburger Straße unter. Sie zogen später nach Rheinbreitbach, wo Pastor Stein ein Haus besaß. Sie hatten glücklicherweise den größten Teil ihrer Möbel schon vorher dorthin bringen lassen. Pastor Stein starb noch im selben Jahr.
Die Pfarrgemeinde mietete für den neuen Pastor Willi Müller und das Pfarrbüro zuerst eine Wohnung in der Dollendorfer Straße. Später zog der Pastor in die Siegburger Straße 12 in unmittelbarer Nähe der Kirche um. Erst 1990 konnten die Propsteigebäude wieder bezogen werden. Während des Wiederaufbaus wurden vom Staat – dem Eigentümer der Gebäude – auf Wunsch der Pfarrgemeinde Änderungen vorgenommen. Einige Räume des früheren Pastorats kamen zur früheren Kaplanei, die dadurch vor allem im Erdgeschoss vergrößert wurde. In diesen Räumen ist heute das Pfarrbüro untergebracht. Außerdem schaffte man einen Zugang vom Kirchplatz zum Innenhof. Deshalb kann man heute den schönen Kreuzgang von außen betreten, und das Pfarrbüro ist direkt vom Kirchplatz aus zugänglich.
Die Ursache des Feuers wurde nicht geklärt.
(Oktober 2007)
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